Same same but different

Wow, es ist schon über einen Monat her, dass ich meine erste Corona Impfung mit dem Stoff von Astra Zeneca bekommen habe. Ich kann mir das aber eigentlich nur deshalb merken, weil wir genau am ersten März unsere Spritze bekommen haben.

Dafür haben wir zuerst mal einen Termin per Telefon gemacht, wobei ich ehrlich sagen muss, dass ich nicht mehr weis wie wir zu der Nummer gekommen sind 🤭 auf jeden Fall gibt es bei uns eine Art Impfzentrum, welches hauptsächlich nachts, oder halt einfach nicht tagsüber impft. Unser Termin war einmal um Elf und einmal um zwölf. Ich kann euch garnicht sagen was für eine unglaubliche Oma ich mittlerweile bin, aber elf Uhr nachts liege ich egal an welchem Wochentag im Bett. Aber man kann ja mal eine Ausnahme machen, und es war garnicht so schlimm, dadurch wir auch Glück mit dem Wetter hatten, und es somit wie ein entspannter Abend Spaziergang war.

Weil wir schon davor von vielen Bekannten und natürlich dem Internet gehört hatten, gibt es die ein oder andere Nebenwirkung die mit besagter Impfung kommt. Deshalb war ich ganz froh zu wissen, dass ich am Tag darauf nur abends einmal zum Essen gehen raus müsste, und sonst meine Couch genießen konnte. Außerdem hatten wir vorsichtshalber vorher jeweils zwei paracetamol eingeschmissenem. Im Nachhinein muss ich sagen, dass das wahrscheinlich eine der besten Entscheidungen war bei der ganzen Sache. Ob wir alleine drauf gekommen wären weis ich nicht, aber dran gedacht haben wir, nachdem es mein Diabetologe vorgeschlagen hatte.

Beim impfen an sich waren wir nicht lange. Teils auch dadurch, dass wir beide gleichzeitig um elf geimpft wurden und nicht bis zwölf warten mussten. Ich hatte beim spritzen etwas gezuckt, was bei mir einfach ein normaler Reflex ist warum auch immer, aber die Frau die mir meine Dosis gegeben hat hat sich fast ins Hemd gemacht… ich weis auch nicht warum, aber eine Theorie die ich habe ist, dass es für mich einfach nicht natürlich ist, mich spritzen „zu lassen“. Jetzt mache ich das schon seit so vielen Jahre selber, da ist das schon ein wenig komisch. Außerdem gebe ich ganz ehrlich zu, dass ich zwar nicht wehleidig bin, aber eine ziemliche Mimose sein kann, falls das so verständlich ist 😅

Die einspritzstelle tat am ersten Abend kaum weh, und ich glaube danach bei mir hauptsächlich deswegen, weil ich mach der Spritze ordentlich gedrückt hatte, wie gesagt, Gewohnheiten. Geschlafen habe ich die erste Nacht richtig gut, und auch am nächsten Morgen war noch alles in Ordnung. Erst nachmittags hatten wir so zwei Stunden, in denen wir uns auch hingelegt hatten, und einfach etwas platt waren. Auch hier gab es wieder eine paracetamol, und nach einem nickerchen waren wir wieder fit. Im Großen und Ganzen kann man sagen, wir hatten kaum Probleme mit unserer Impfung, und ich würde es auch immer wieder machen, was ich ja auch Mitte mai nochmal muss, in sofern. Dass jetzt so viel über Astra Zeneca gewettert wird ist natürlich doof, und vielleicht macht man sich auch so ein zwei mal Gedanken, aber eigentlich muss ich sagen, dass ich mich immer wieder damit impfen lassen würde. Es ist wie es ist, jeder Impfstoff hat seine Nebenwirkungen und Risiken, aber ich habe absolut (mit drei tausend Ausrufezeichen!) keine Lust diesen bescheuerten Virus einzufangen.

Was natürlich viel wichtiger für diesen Blog ist, ist ob mein Zucker etwas von dieser Impfung mitbekommen hat. ich bin nicht stolz drauf, und würde mir natürlich wünschen ich könnte mehr Auskunft geben, aber ich habe absolut keine Ahnung. Ich bin so ganz langsam auf dem Weg, meine Werte wenigstens manchmal im Griff zu haben, aber auch das erst seit zwei Wochen ca. Das heist, während ich irgendwie eine Auswirkung auf mein Monsterchen hätte beobachten können, waren meine Werte einfach viel zu schlecht, um zu wissen, was davon jetzt eigentlich durch die Immunisierung provoziert war. Ich hoffe und denke es gibt noch andere die Erfahrung gesammelt haben und sie teilen, aber zumindest kann ich sagen, dass mich die Impfung bis jetzt nicht daran gehindert hat, ab und zu mal einen grünen/guten Diabetes Tag zu haben 🙂

Es geht mich natürlich absolut nichts an wer sich wie wann und mit was impfen lässt. Und ich will hier natürlich auch keinem sagen was er zu tun hat. Aber zumindest mal meine Meinung in die Welt zu werfen: ich würde mich immer wieder impfen lassen, bereue es keine Sekunde und würde es auch jedem empfehlen der mich fragt. Ich persönlich hab einfach keine Lust mehr auf lockdown Quarantäne und Einschränkungen, will wieder normal studieren und einfach meine Freunde treffen ohne zu überlegen ob wir genug Platz zwischen uns halten können. Außerdem, wie schon gesagt, will ich diesen Virus absolut nicht bekommen! Ich weis es gibt einige die ihn hatten, egal ob mit oder ohne Zucker Monster, und es gut überstanden haben, aber ich würde alles tun um ihn nicht zu bekommen. Just my opinion people ☺️

Also für jeden der sich impfen lässt, ich drück die Daumen, wünsche euch nur das beste, und lege euch paracetamol schwerstens and Herz!!!! 😬😅👋

Hin und her gerissen

Kennt ihr das, wenn man eine Entscheidung treffen muss oder soll, aber absolut nicht weis was die richtige wäre?!

So geht es mir gerade. Es ist absolut nichts schlimmes, und allzu ernst ist es auch nicht, aber dennoch. Wie so vieles heutzutage geht es um dieses fiese nervige Virus auf unserer Welt. Mittlerweile sind es schon fast zwölf Monate, seitdem für mich persönlich, alles mit lockdown, Beschränkungen und einem neuen, anderen Leben angefangen hat. Die meisten Sachen sind meiner Meinung nach gut zu machen und mit ein bisschen Eingewöhnung auch vollkommen in Ordnung für mich.

Vor allem dadurch, dass ich Medizin studiere und dementsprechend etwas an Zeit im Krankenhaus verbringe; meine Einkäufe wie jeder andere machen muss und auch sonst ab und zu mal in der Öffentlichkeit auf Menschen treffe, ist die Maske, wie auch mein Insulin, Teststreifen oder Sensor und eine Notfallration Zucker ein ständiger Begleiter geworden. Klar es nervt ab und zu, die Brille beschlägt, die Kopfhörer bleiben hängen und die Ohren tuen weh, aber es ist nichts worüber ich mir großartig Gedanken mache: es gehört nun mal ab jetzt dazu.

Etwas schwieriger wird es natürlich mit den sozialen Kontakten. So oder so sehe ich meine Familie nicht so oft, da ich ja im Ausland studiere, aber zweimal im Jahr schon mindestens. Meinen Papa habe ich das letzte mal vor über einem Jahr gesehen. Kein wirklicher Weltuntergang mit der heutigen Technology, aber traurig natürlich trotzdem. Was anderes sind da schon meine Freunde. Ich will damit nicht sagen dass die mir wichtiger sind, aber ich war es einfach gewohnt sie jeden Tag zu sehen, ab und zu mal essen zu gehen, einen Kaffee trinken oder einen gemütlichen Spaziergang durch die shopping mall 😀 jetzt ist auch das komplett anders. Viele meiner Freunde sind noch in ihrer Heimat, selbst die die da sind sieht man weniger, da die Seminare die wir sonst zusammen haben jetzt online sind, und essen gehen fällt flach weil alle Restaurants zu sind.

Da ist es doch sehr erfreulich, zu wissen, dass es jetzt wenigstens eine Impfung gibt, die einem so semi verspricht, dass die ganze verrückte Art und Weise wie unser alltägliches Leben jetzt eingeschränkt ist, irgendwann mal wieder normal werden könnte. Da wäre jetzt nur die Sache, dass wir noch nicht ‚an der Reihe‘ sind. Mein Dilemma in dieser Situation ist jetzt aber nichtmal das, sondern dass ich theoretisch die Möglichkeit hätte, mich hier im Ausland impfen zu lassen. Als angehende Ärztin bin ich auf jeden Fall für Impfungen, aber ein bisschen Angst macht es einem schon, wenn es noch nicht wirklich viele Erfahrungen gibt, wie sich denn besagte Impfung auf mein kleines Monster auswirken wird.

Ich bin wirklich gespannt, wie ich mich demnächst entscheide, aber interessant finde ich es natürlich auch, wie sich allgemein alles entwickelt. Außerdem wäre es schon richtig genial für mich, anderen sagen zu können wie es so läuft, nachdem in Deutschland die meisten ja noch warten müssen.

Mal sehen was die Zukunft bringt! Und nicht vergessen, freut euch über jede Kleinigkeit, allein eine Möglichkeit ist ein Grund für Dankbarkeit ☺️🌻

Veränderung

Seitdem ich meine Pumpe nicht mehr benutze, spritze ich für meine Basal Dosis neunzehn Einheiten Tresiba.

Eigentlich schon immer, früh morgens nach dem aufstehen. Ich hatte zwar früher vor meine Pumpe schon Zeiten, zu denen ich mein Langzeit insulin abends oder sogar morgens und abends gespritzt habe, aber Tresiba, und somit nunmal ca das letzte Jahr immer nur morgens.

Dann habe ich ja wie gesagt im Sommer „think like a pancreas“ gelesen, durch was ich einiges lernen konnte, und über die nächste Zeit auf jeden Fall auch ausprobieren will. So zum Beispiel auch zu testen, was die richtige MENGE an Basalinsulin ist, welches der individuelle Körper braucht. Vielleicht ja für die meisten eine ganz logische Denkweise, aber leider nicht für mich. Warum auch immer, habe ich bis jetzt einfach darauf vertraut, dass das was mein Arzt sagt auch so stimmt.

Wenn man es sich aber mal genau überlegt, macht es Sinn, das die Grundlage eines gut laufenden Leben mit Diabetes, auch die Grundmenge an Insulin ist, die der Körper zum funktionieren braucht. Mein Zucker hat auch mal gute Tage, so ist es nicht, aber im großen und ganzen kann ich nicht behaupten wirklich zufrieden zu sein. Nachdem ich also besagtes Buch gelesen habe, fange ich ganz unten an, und hoffe, dass ich somit bald mal wirklich gut eingestellt bin. Einfach durch mich selbst und mein Gefühl und meine Bedürfnisse.

Deshalb spritze ich seit gestern mein Tresiba abends. Das heist, dass ich vorgestern die Hälfte morgens und die andere Hälfte abends gespritzt habe, und gestern dann zum ersten Mal alles abends. Damit das auch klappt, weil ich leider nie so regelmäßig ins Bett gehe wie ich auch aufstehe, habe ich mir dafür einen Wecker eingerichtet. Auf neun Uhr. Ob es nun hilft, kann ich natürlich erst nach einer längeren Testphase sagen, aber ob Einbildung oder erster Erfolg, mein Zucker heute morgen hat sich schonmal stabiler gehalten als sonst so oft

Was ich damit natürlich auch sagen möchte: ärztliche Beratung und Schulungen, sowie das Gespräch und die regelmäßige Kontrolle vom HbA1c wert sind und bleiben natürlich wichtig. Dennoch komme ich glaube ich so langsam zu der Erkenntnis, dass nur ich selbst die wichtigste Rolle in meinem Kampf mit dem Diabetes Monster spiele, und nur durch Testen, erfahren und Schlüsse ziehen mein Ziel erreichen kann.

Xoxo Lina

Long time no see

Oh man es ist sooo lange her!!! Und um ehrlich zu sein, ich weis nicht ob ich es jemals schaffen werde, das hier regelmäßig zu machen 😀 aber gerade jetzt habe ich Zeit und Lust, und das ist alles was zählt meiner Meinung nach.

Ich könnte mir auch gut vorstellen, dass mir das hier eventuell endlich mal hilft mein eigenes Diabetes Leben in den Griff zu bekommen, denn das ist es zur Zeit definitiv nicht! Ich habe schon Tage, an denen es relativ gut läuft, aber im großen Rahmen eher weniger leider.

Für mich hat vor zwei Wochen das siebte Semester meines Studiums angefangen, und ich muss sagen, Stress pur! Haha ok vielleicht nicht ganz so dramatisch. Es ist ziemlich viel Stoff, den man in den Seminaren hat, und natürlich dann auch vorbereiten und nachbereiten muss. Im Moment habe ich noch das Gefühl, dass es relativ gut klappt mit meiner zeitplanung, aber mal sehen wie das wird wenn die Prüfungen anfangen.

Mit Stress kann so ein Diabetes ja meistens nicht so gut, zumindest heist es das immer. Für mich ist es nicht der Stress den der Körper verspürt, sondern eher mein Zucker Kopf, der zu solchen Zeiten zwar an alles andere denkt, aber zum Beispiel vergisst zu spritzen. Auch fehlt die Zeit genau zu berechnen und darauf zu achten, wie viele Kohlenhydrate man für einen unterzucker zu sich nimmt. Sprich, alles selbst verschuldet, und das frustriert mich erst recht!

Ich will mir wirklich Mühe geben (habe auch angefangen wieder mal meine Werte etc. aufzuschreiben, wenn auch nicht alle über den Tag), aber bis jetzt klappt es eher mittelmäßig. Könnte auch daran liegen (TMI) dass ich gerade meine Tage habe, aber das ist ja ein anderes Problem, wenn die Hormone mal wieder verrückt spielen. Über den Sommer habe ich innerhalb weniger Tage ein Buch verschlungen! „Think like a pancreas“ Absolut genial meiner Meinung nach! So viel das eigentlich absolut logisch ist, aber an das ich nie alleine dran gedacht hätte. Ich habe vor allem da gemerkt, wie sehr man von Ärzten beeinflusst wird, ohne es wirklich zu merken. Denn wenn jene studierten Leute sagen so wird es gemacht, denkt man (oder ich zumindest anscheinend) nicht weiter drüber nach.

Also hier mein Vorsatz für die nächste Zeit: die neu erlebten Erkenntnisse einsetzen, anwenden und mein Monsterchen wieder etwas besser zähmen!

Schönen Tag euch allen!!!!

Keine Raupe Nimmersatt

Es ist acht Uhr früh, und ich weiß dass wir in knapp einer halben Stunde frühstücken. Ich glaube ich esse zwei Brötchen (die kleinen zum aufbacken nur, also keine Angst). Ich spritze also für geschätzte sieben BE 14IE. Zehn vor neun. Der Blutzucker bei 48mg/dl und ich sitze endlich vor meinem Teller. Meine Hände zittern auch noch beim letzten Bissen Honigbrötchen und trotz einem Wert von 69mg/dl und einem nicht enden wollendem Hungergefühl weiß ich, dass es danach nichts mehr gibt.

Zwölf Uhr mittags und ein Wert von 123mg/dl. Perfekt! Ich schnabulier an diesem schönen Ostersonntag zwei Haselnuss große Schokoeier für die ich auf Grund ihrer Winzigkeit nichts spritze, das ist ja als würde ich einen Schluck Apfelschorle trinken, also nicht erwähnenswert. Dann drei Uhr Mittag. Der Wert bei 258mg/dl, euer sche** Ernst? OK 3IE zur Korrektur und ein Nickerchen auf der Couch, es ist schließlich Ostern und Sonntag noch dazu. Vier Uhr, Ich wieder wach aber fühle mich als hätte ich fünf Wochen nicht geschlafen. Ok Schlaf macht bekanntlich manchmal müder als davor. Der Kaffee ist schon aufgesetzt, heißt es gibt bald lecker Windbeuteltorte. Nach einer kurzen wach-werde-Pause liegt mein Blutzucker bei 75mg/dl, was akzeptabel ist, vor allem da ich jetzt keinen spritz-ess-Abstand von mindestens zwanzig Minuten mehr einhalten kann und es kaum erwarten kann diese absolut göttlich aussehende Torte zu probieren! Ich spritze also 8IE für das Stück das ich auf vier BE schätze und der Gewissheit, dass ich danach zwei weitere Schokoeier vernaschen werde, was meinen leichten Unterzucker aufheben wird. Zehn Minuten später ist das Stück Torte weg und ich habe das Gefühl gleich zu explodieren da besagtes Teilchen aus neunzig Prozent Sahne bestand. Die zwei Schokostückchen für meinen etwas zu niedrigen Wert stecke ich ungern noch in den Mund, aber der Zucker muss ja auch wieder in Ordnung gebracht werden…dabei kommt ja mal wieder pure Freude auf…oder eher nicht.

Dann geht es trotz Oster Gefühlen und eigentlich zur Gemütlichkeit verurteiltem Sonntag ans lernen. Ein, zwei und drei Stunden vergehen bis ich absolut keine Lust mehr und einen vernichtenden Wert von 52mg/dl habe. Weil ich gerade absolut! keine Schokolade sehen kann mach ich mir eine seeeehr starke Johannisbeerschorle, was ich normalerweise ebenso verabscheue wie gerade jetzt Schokolade. Während der nächsten Stunde und etlichen YouTube Videos später liege ich wieder bei zufriedenstellenden 127mg/dl. 

Halb acht, immernoch gute Werte und Vorfreude aufs Abendessen mit Schnitzel, Kartoffelecken und grünem Spargel. Ich entscheide mich für hoffentlich satt machende vier BE und spritze dafür 7IE, wobei ich ziemlich sicher weiß dass es in exakt zwanzig Minuten Essen gibt. OK, dreißig Minuten später entscheide ich mich dazu meine Planungen absofort entgültig über Board zu werfen, da es ja eh nichts zu bringen scheint. Viel zu spät gibt es endlich Essen. Nachdem zwei Drittel meines Tellers endlich leer sind denke ich nicht mehr dass ich hoffentlich satt werde, sondern dass diese verdammten Kohlenhydrate so schnell wie möglich in meinen Bauch gelangen damit ich endlich aufhören kann zu essen da ich befürchte gleich zu platzen. Der Rest der Familie lässt die Hälfte liegen, aber nachdem ich weder bereits gespritztes Insulin aus meinem Körper saugen, noch ein einziges kleinstes Stück Zucker in Form von Schokolade oder Saft in meinen Mund bekomme esse ich tapfer weiter. Am Ende dieser Mahlzeit fühle ich mich wie vom Lkw überrollt. Zuerst denke ich dass nach so einer Menge essen nichts anderes zu erwarten ist, aber bereits nach knapp einer Stunde ist klar, es waren nicht genug Kohlenhydrate. Im Klartext heißt das erneut Zucker…Ich hasse mein Leben…besonders an Tagen wie heute…

Ich habe gelernt mit meinem Diabetes zu leben und meine Kohlenhydrate fast wie eine Maschine zu berechnen. Trotz all dem Wissen das ich mir die Jahre über angeeignet habe bin ich ein Mensch. Menschen machen Fehler und aus denen muss man lernen. Das heißt nicht, dass das immer klappt, aber je öfter man es probiert desto höher ist die Chance dass man einen weiteren solcher Tage zu verhindern vermag. Also wenn ich wieder mal so einen Tag habe an dem ich nichts mehr essen kann weil ich nur eine gewisse Menge an Insulin gespritzt habe, oder wenn ich trotz drohendem Platzen meinem Körper noch mehr Zucker zuführen muss dann versuche ich genau daran zu denken um nicht zu verzweifeln.

Damit will ich sagen „Kopf hoch Leute!“ Egal wie anstrengend es ist oder wie schrecklich ihr euch fühlt, an den schwersten Aufgaben wächst man am meisten und nur so können wir zukünftige Eskapaden verhindern. Demnach lasst euch eure Schokoladeneier schmecken solange es geht und feiert euch selbst für jeden einzelnen richtig berechneten Kohlenhydrat! 

Frohe Ostern!

Wie Kabel und Knöpfchen die Liebe beeinflussen

Ich liebe meine Pumpe, und meinen Sensor erst recht! Aber kennt ihr das auch, wenn ihr an einem Punkt in eurem Leben seit, wo ihr einfach gerne mal einen kleinen Urlaub vom Diabetes Monster wollt? Und wenn es nur drei Tage sind, würde doch jeder mal gerne auf Nadeln, Blut, Insulin und Kohlenhydrate zählen verzichten. Was der Grund für diesen Wunsch ist kann immer variieren, denn unsere Schläuche, Nadeln und Knöpfchen beeinflussen unsere Liebe, auch hier in unterschiedlicher Weise.

Was ich bis jetzt am häufigsten hatte, war einfach die Liebe zu meinen kleinen Helferchen. Natürlich muss ich mir mit meiner Pumpe nur noch alle zwei Tage eine Nadel in den Körper jagen, und den Sensor auch nur alle zwei Wochen wechseln. Trotzdem habe ich manchmal dieses machtlose Gefühl über mein eigenes Leben. Ohne dieses stechen, messen und rechnen bin ich verloren. Ohne mein Insulin geht es körperlich und auch geistig einfach den Bach runter. Wenn ich mir vorstelle was werden würde wenn ich mal alles auch für nur einen Tag liegen lassen würde dann wird mir schon schlecht. Es geht mir ja auch nicht gut wenn ich alles mache aber dennoch überhauptnichts funktioniert. Wie soll es denn dann ganz ohne aussehen. Ich habe immer am meisten Angst davor, dass mein Körper überall schmerzt ohne dass ich es ändern kann, dass meine Sprache verwaschen und zusammenhangslos wird und ich meine eigenen Gliedmaßen nicht mehr steuern kann. Und in solchen Momenten kommt der ganze Hass und die heftige Wut in mir hoch. Angenommen die Welt bricht zusammen und ich bekomme all diese Materialien nicht mehr. Ich werde nicht verhungern oder verdursten oder gar an den Wetterbedingungen sterben, sondern schlicht und ergreifend an meiner Krankheit. Keine Angst es geht mir gut, Ich habe alles was ich brauche und die Welt steht auch noch, aber alleine der Gedankengang macht mich schon ganz kirre. Ich bin mir durchaus darüber im Klaren, dass es Menschen gibt die es schlimmer erwischt hat und die um einiges mehr leiden müssen oder müssten, aber trotzdem bin ich in solchen Momenten so selbstsüchtig und denke nur an mich und meine Lage. Es wird schließlich oft genug gesagt wie gut es uns Diabetikern doch geht und wie gut wir eigentlich ein komplett normales Leben führen können. Aber es gibt so manche Momente wo ich damit einfach nicht zufrieden bin! Wir sind abhängig. Von all unseren kleinen Helfern, von Insulin und davon, dass uns unsere Ärzte auch wirklich das richtige erzählen und beibringen. Und ja ich nehme mir ab und zu mal das Recht raus mich selbst zu bemitleiden.

Auch die Tatsache dass ich mich stechen muss geht mir manchmal auf die Nerven. Nach x Jahren Diabetes mit Pen Nadeln und Kathetern ist man natürlich etwas abgehärtet. Aber so ein Stich tut auch uns immer wieder mal weh und ruft blaue Flecken, Schwellungen und Wehwehchen hervor. Normalerweise habe ich nichts gegen meine Katheter- und Sensorwechsel, aber mal so ab und zu bekomme ich so einen richtigen Frustanfall, dass ich mir SCHON wieder einen Pieks verpassen muss damit ich den kommenden Tag und auch alle folgenden schlicht und ergreifend überlebe. Ich habe gelernt dann einmal tief durchzuatmen und einfach weiter zu machen. Es ist so wie es ist und ich kann es nicht ändern sondern muss es mir einfach so angenehm wie möglich gestalten. Punkt.

Der nächste Punkt den ich gerne mal aus meinem Leben ausblenden würde sind die ganzen schlauen Menschen in meinem Umkreis. Natürlich wollen mir alle nur helfen und haben meistens auch super gute Tipps und Ratschläge, aber ernsthaft, leben die mit der Krankheit oder ich?! Ich bin schon immer und werde auch immer der festen Überzeugung bleiben, dass Menschen ohne Diabetes nie verstehen werden wie das genau ist sich andauernd messen und spritzen zu müssen, nie einfachmal ne Tüte Gummibärchen zu essen ohne sich darüber Gedanken zu machen wie sich der Zucker auf meinen Körper auswirkt. Geschweige denn wie man sich fühlt wenn andere doofe Sprüche klopfen oder schlichtweg keine Ahnung davon haben wie wichtig Insulin für uns ist. Und wenn dir deine ach so schlauen Professoren dann wieder einen Vortrag darüber halten wie wichtig doch alles ist und dass du dich mehr reinhängen musst damit die Werte stimmen. Dass natürlich nachdem du den Tag vorher zwölf Stunden nichts gegessen hast um einen Basalratentest zu machen, nachts wegen einem Unterzucker nur zwei Stunden Schlaf hattest und dir gerade kotzübel ist, weil nach jeder Hypo natürlich auch irgendwann die nächste Hyper wartet. Aber was der Doc mir sagt wusste ich natürlich noch nicht, hab die Krankheit ja erst seit zwanzig Jahren…

Mein letzter mecker-Punkt ist heute nur noch die wahre Liebe. Mir ist schon bewusst, dass jeder irgendwann den Deckel zu seinem Topf findet, aber diese Schläuche, Alarme und Knöpfchen beeinflussen hundertprozentig unsere Chance den einen Deckel zu finden, davon bin ich überzeugt. Eigentlich ist es ja nicht schlecht, weil wir so sehen wer uns wirklich liebt mit all unseren Fehlern etc. Aber trotzdem nervt es oder? Ich meine damit jetzt nicht, dass ich es nicht erwarten kann die große Liebe zu finden, aber die große Frage ist wie gehe ich es an? Geh ich offensiv an die ganze Sache und sage gleich beim ersten Treffen was ich so mit mir rumtrage oder kommt es einfach irgendwann dazu dass ich mal meine Pumpe raushole, der andere fragt was das ist und ich ihm dann erst das ganze erkläre? Ich verstecke meinen Diabetes nicht und würde es auch für diesen Zweck nicht anders machen, aber trotzdem steht es mir nicht auf der Stirn geschrieben „Achtung! Diabetiker!“. Meine kleinen Helferchen beeinflussen in keinstem meinen Charakter oder meine Art, aber dennoch muss man doch damit klarkommen als Partner. Ich meine es ist kein großes Ding, aber man muss schon ab und zu mal aufpassen wo man anpackt oder eventuell hängen bleiben könnte. Also wie gesagt mich stört es eigentlich nicht, aber so ab und zu lässt es mich doch mal nachdenklich werden.

Meine Lieben das war’s auch schon mit meiner großen Meckerei, aber mal ehrlich, wir haben doch auch mal das Recht von Zeit zu Zeit schlechte Laune zu bekommen. Andere Menschen haben es um einiges schlimmer als wir, sonnenklar, aber so ganz ohne ist unsere Krankheit doch auch nicht. Dennoch die Devise zu diesem Beitrag, haltet die Ohren steif, bleibt positiv und erinnert euch immer daran wie toll euer Leben trotz alledem ist! Deshalb schönes Wochenende noch, genießt die Sonne und fühlt euch gedrückt solltet ihr mal zu ähnlichen Überlegungen kommen!


Ciao ciao

Kann ja jeder, aber trotzdem!

Hallöchen meine Lieben 🤗

Ich habe vor einer Weile ein neues Video auf YouTube hochgeladen, wo ich zeige wie ich meine Katheter bei der Pumpe setze. Natürlich kann das jeder selbst, aber mittlerweile frag ich mich doch, wie man zu diesem Wissen kommt? Lassen die lieben Doktoren einfach mal drauf los stechen, oder hattet ihr da konkrete Schulungen für? Ich benutze ja seid ich die Pumpe habe immer die gleichen Katheter. Am ersten Tag wurde mir dafür nicht nur erklärt wie ich mit der Pumpe umgehe, sondern auch wie ich meine katheter setzen muss. Jetzt würde ich gerne mal einen aus Teflon ausprobieren, und sollte dafür eigentlich zum ersten setzen in die Praxis kommen. Aber da ja oft nicht alles so klappt wie man es gerne hätte bekomme ich das Rezept nun einfach zugeschickt und teste mich mal selber an dem neuen System. Wie war das denn bei euch? Habt ihr alles erklärt bekommen, auch wenn ihr mal was neues ausprobiert oder seid ihr einfach alleine mal dran? Wie auch immer, Ich bin mal gespannt mit welchen Kathetern ich besser zurecht komme, und hier auf jeden Fall mal der Link zu meinem neuen Video:


Außerdem gibt es auch jetzt ein Video wo ich mein Reservoir auffülle. Ich weiß, dass jeder selbst mit seinem Zeug zurecht kommt, aber es gibt doch auch zu allem Tipps und Tricks die das Leben einfacher machen oder einfach bei irgendwas bestimmten helfen. Durch meine Videos will ich niemanden belehren, sondern eventuell auch für mich selbst Tipps bekommen 😉 Deshalb hier noch der Link zum Video mit dem auffüllen vom Reservoir:


Wenns euch gefällt lasst mir doch nen Daumen nach oben und ein Abonnement da. Ansonsten würde ich mich wie gesagt sehr über Kommentare freuen wenn ihr nützliche Tipps habt.

Ciao ciao lina

Mein neuer Feind und Helfer

Ein Teller Spaghetti mir Hackfleisch-Tomatensoße. 4BE? Oder Halt, wie viel gezuckertes Tomatenmark hab ich nochmal rein? Vielleicht doch 5BE. Und was für Nudeln sind das, standartmäßige Spaghetti oder Vollkornprodukt? Hach herrje. Wie soll man das denn genau berechnen?!

Wenn man die Diagnose Diabetes Typ1 bekommt wird man ja immer geschult, was wie viele BEs hat und wie man berechnet was man spritzen muss. Wenn man jedoch so alt ist wie ich es damals war, machen das sehr wahrscheinlich die Eltern. So auch in meiner Familie. Meine Mutter war damals sehr viel disziplinierter als ich es in den folgenden Jahren jemals war oder sein werde. Oder doch nicht?! Besonders in letzter Zeit ist mir fast täglich der gleiche Fehler unterlaufen. Abendessen geschätzt, entsprechende BEs runtergespritzt, meist sogar mit Spritz-Ess-Abstand und darauf folgende recht gute Werte. Aber dann zur Zu Bett Geh Zeit? Unterzucker. Nochmal aus dem Bett, Saft oder Traubenzucker, länger aufbleiben als gewollt, Werte checken und wenn sie dann passen endlich schlafen. Und am nächsten Morgen wache ich auf mit Werten über 200 und mein neues Freestyle sagt mir, dass es nachts erst wieder runter, und dann wieder rauf ging. Was läuft da nur? Ich glaube ja, ich habe einfach das Abendessen oder den darauf folgenden Nachtisch falsch berechnet. Und jetzt wo ich darauf achte, passiert es immer häufiger.

Und daraus ziehe ich jetzt Konsequenzen! Ich finde nicht, dass man erwarten kann, dass man immer und ein Leben lang weiß, welches Produkt wie viele Kohlenhydrate hat. Und nachdem meine letzte Schulung nun schon ein paar Jährchen her ist, ich aber keine neue Schulung besuchen möchte heißt es „Selbst ist die Diabetikerin“. Und so begleitet mich seit heute mein neuer Feind und Helfer die Waage. Aber wieso FREIND und Helfer? Schön und gut, es hilft mir dabei mal wieder neu herauszufinden wie ich meine Nahrung richtig runterspritze und was ich da überhaupt an Mengen esse, aber Spaß macht das Ganze nicht wirklich. Überhaupt erstmal, dass ich nicht einfach so drauf los essen kann nervt mich ja schon, aber dass ich jetzt auch noch alles nachmessen muss oder will. Man ist das eine Arbeit. Denn wenn ich das hier schon mache, dann aber ganz genau. Das heißt ich messe nicht nur wie viel Brötchen ich esse, sondern auch wie viel ich von den zig verschiedenen Marmeladen darauf verteile.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass das ganze nicht länger als einen Monat dauern wird, da ich doch nach ca dreißig Tagen sehr wahrscheinlich so gut wie alle Lebensmittel mal verzehrt haben werde. Dennoch motivieren mich meine langsam aber sicher besser werdenden Werte seit ich auf Kleinigkeiten wie sowas achte. Das heißt ich werde sehr wahrscheinlich noch eine ganze Zeit durchhalten müssen, aber wer erfolgreich sein will muss durchhalten!!!

Mich interessiert wirklich mal wie das bei euch so ist? Schätzt ihr alle richtig? Besucht ihr Schulungen oder wiegt ihr euer Essen ab? Oh man, ich hoffe einfach ich schaffe das und habe danach etwas gutes dabei gelernt.

Ciao Caio

Wieder mit der Welt verbunden

Hallöchen meine Lieben!

Unser WLAN war leider die letzte Woche kaputt, weswegen wir VON DER WELT ABGESCHNITTEN waren. Aber jetzt geht es wieder und deshalb gehts auch gleich wieder hier auf meinem Blog weiter. Auch mein neues Video konnte ich noch nicht hochladen, was aber dann heute Abend passiert. Den Link füge ich hier später dann ein, und wer mir auf Instagram, Facebook oder Twitter folgt findet ihn auch dort.

Aber mal so ganz ohne Internet zu sein ist auch mal nicht schlecht 😉

Die Sache mit den Krankheiten bei chronisch Kranken

Humpf! Grrr! Hmpf!

Oh man oh man. Seit Dienstag liege ich flach und weiß absolut nicht wieso. Eigentlich ja kein Weltuntergang, aber dennoch doof. Dieses Unwohlsein ist ja jedem bekannt. Ich schätze mal es gibt kaum jemanden der das ganze Jahr ohne krank sein durchhält, also wisst ihr wahrscheinlich alle wovon ich rede. Bei mir ist es momentan der Bauch. Alles grummelt so vor sich hin, aber sonst passt Gott sei Dank alles. Aber was bei mir noch dazu kommt, meine Blutzuckerwerte! Die spielen nämlich auch seit Dienstag verrückt. Erst hatte ich Angst mir würde alles was ich die letzten fünf Tage gegessen habe oben wieder rauskommen (durch die Blume gesagt), aber ich hatte Glück und habe alles behalten. Wäre es jedoch so gekommen, hätte ich mir sicher sein können, dass sich meine Werte unter jeglicher Wunschgrenze rumgehangelt hätten. Und so ist es bei uns Monster Zähmern doch immer. Kaum meldet sich auch nur der kleinste Infekt, reißt sich das Monster los und tut so als wäre es auf einem Rummel ohne Regeln.

Habt ihr denn irgendwelche Tips gegen ausbrechende Werte bei Krankheiten? Ich bis jetzt leider nicht. Außer sekündlichen Messungen, regelmäßigen Korrekturen und viel Traubenzucker den man eigentlich partu nicht zu sich nehmen möchte ist mir noch keine helle Idee gekommen. Schon so müssen wir uns 24/7 um unseren Körper und sein Innenleben kümmern und bekommen nicht wie andere unsere gesetzlich festgelegten 30 Tage Urlaub im Jahr. Und dann kommt so ein blöder Infekt den wir uns auch nicht freiwillig bestellt haben, und schon wird die Arbeit gleich fünfmal so schwer. Tut mir Leid für das ganze Gejammer, aber das geht mir gerade tierisch auf den Keks. Ich bin platt, fühle mich ausgelaugt und muss trotzdem alle paar Minuten Zucker messen und irgendwas zur Regulierung tun. 

Außerdem bin ich auch ein bisschen angefressen weil unser Internet zuhause nicht funktioniert. Also kann ich weder den typischen Krankheits-Serien-Marathon einhalten, noch mein neues Diabetes Video auf YouTube hochladen. Hach wimmer wimmer seufz. Gott sei Dank habe ich die weltbeste Omi, die sich liebevoll um mich kümmert und mir einen Tee nach dem anderen kocht. Und auch mein neues FGM ist natürlich eine riesen Hilfe, und noch besser ist natürlich, dass ich heute eine Email bekommen habe, dass mir ab jetzt auch noch weitere Sensoren von der Krankenkasse übernommen werden. Also auch wenn ich einen kleinen Schlag in die Magengrube vom lieben Leben bekommen habe, die positiven Dinge passieren mir auch weiterhin, und ich weiß sie auch sehr zu schätzen!

Also ich wünsche euch mehr Gesundheit als ich gerade habe, haltet die Ohren steif.

Ciao ciao